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Besser sehen ohne Brille

tz berichtete am 4. Juli 2003 über die alz augenklinik müchen und ließ auch eine frisch operierte Patientin zu Wort kommen. Mit freundlicher Genehmigung drucken wir hier den Text für Sie ab.

München, 4. Juli 2003

Wie sicher ist die Laser-Operation gegen Kurzsichtigkeit?
Sie drückt. Sie verrutscht. Sie beschlägt. Und im Regen wird sie nass. Kurz gesagt: Sie stört. Zwei Drittel aller Münchner tragen sie: die Brille. Mit Kontaktlinsen ist es nicht viel besser. Sie sind oft nur mühsam einzusetzen und häufig brennen auch die Augen. Zwar haben sich die meisten längst daran gewöhnt. Doch immer mehr Münchner wünschen sich trotzdem ein Leben ohne lästige Brille oder Linsen zurück.

Mehr als 20 000 von ihnen haben sich diesen Wunsch schon erfüllt. Mit Hilfe der neuen Lasertechnik "LASIK" haben sie sich Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung korrigieren lassen. Bundesweit sind es schon eine halbe Million Patienten, die wieder ohne Brille alles sehen. Und täglich werden es mehr. "Denn die Operationsmethode dazu ist in den letzten Jahren immer sicherer geworden", sagt Augenarzt und Laser-Pionier Prof. Thomas Neuhann (57). Soeben ist er mit seiner ALZ-Augenklinik vom Westend direkt an den Stachus gezogen, in die beiden obersten Etagen des neuen mathäser. Dort gibt es jetzt Augenoperationen mit Alpenblick. Chefarzt Prof. Neuhann: "Mit dem Laser arbeiten wir schon sein 1993. 1996 kam dann die neue LASIK-Technik hinzu. Sie hat sich inzwischen weltweit durchgesetzt, weil hier die wenigsten Nebenwirkungen auftreten."

Die Angst vor möglichen Nebenwirkungen ist es, die immer noch viele Brillenträger von einem Laser-Eingriff abhält. "Doch die Lasergeräte der neuesten Generation arbeiten inzwischen so präzise und sicher, dass die Rate ernsthafter Komplikationen unter einem halben Prozent liegt", sagt Prof. Neuhann. "Doch selbst wenn diese Komplikationen auftreten, kann man sie behandeln. Für das Auge besteht also so gut wie keine Gefahr."

Bereits bei den Voruntersuchungen stellt sich heraus, ob der Patient überhaupt für einen LASIK-Eingriff geeignet ist. Die Hornhaut darf nicht zu dünn sein. "Jeden fünften Patienten müssen wir leider wieder nach Hause schicken, weil ein Eingriff nicht möglich ist", sagt Prof. Neuhann. "Schließlich hängt die Erfolgsrate des Eingriffs ganz entscheidend von einer sorgfältigen Voruntersuchung und natürlich vom Geschick und der Erfahrung des Operateurs ab."

Ist ein Patient für den Eingriff geeignet und hat sich dafür entschieden, steht einem Leben ohne Brille nichts mehr im Weg. Der Laser-Eingriff selbst dauert nur wenige Minuten und tut tatsächlich nicht weh. Denn der Patient erhält Augentropfen zur örtlichen Betäubung. Durch eine raffinierte Technik verfolgt der Laserstrahl sogar die minimalsten Pupillenbewegungen. Bereits am nächsten Tag können die Patienten wieder sehen. Anschließend sollte man sich ein bisschen schonen. Und an den Augen reiben darf man auch nicht.

Seitdem feststeht, wie sicher der LASIK-Eingriff funktioniert, operieren Prof. Neuhann und seine Kollegen Dr. Markus Bauer und Dr. Barbara Lege während eines Eingriffs meist beide Augen. Leider werden die Kosten von 2000 Euro pro Auge inklusive aller Vor- und Nachuntersuchungen von den Kassen bis heute nicht übernommen.

So funktioniert die LASIK-OP
Zuerst wird das Auge genau untersucht und vermessen. Aus den Daten errechnet der Computer die optimale Laser-Therapie. Dann schneidet der Arzt mit einem automatischen Mikroskalpell zunächst ein hauchfeines, nur 0,16 Millimeter dünnes Scheibchen der Hornhaut ein und klappt es zurück. Die darunter liegende Hornhautschicht wird nun mit einem computergesteuerten Kaltlicht-Laser modelliert. Nach der Behandlung wird das aufgeklappte Hornhautscheibchen wieder zurückgeklappt. Es haftet von selbst, wirkt wie ein natürlicher Verband, schützt die winzige Wunde, sitzt innerhalb weniger Minuten fest, wächst an und braucht nicht genäht zu werden.

Laser machte "Deli" glücklich
Genau 15 Jahre lang litt Cordelia Löffler (27) unter ihrer Brille. "Ich bekam sie mit 12 und habe sie seitdem gehasst", sagt die Münchner Sporttherapeutin, die von ihren Freunden "Deli" gerufen wird. "Ich trug sie nur ganz selten. Als meine Kurzsichtigkeit 2 Dioptrien erreichte, habe ich eine Technik entwickelt, Freunde und Bekannte lediglich an ihren Bewegungen und an ihrer Stimme zu erkennen. Damit hätte ich glatt bei Gottschalks "Wetten dass...?" auftreten können. Mit 18 stieg ich auf Kontaktlinsen um. Weil ich meine Brille immer noch hasste, trug ich die Linsen anstatt nur wenige Stundne immer den ganzen Tag lang und sogar noch abends beim Ausgehen. Meine Augen tränten und brannten oft wie Feuer. Jetzt, mit 4,5 Dioptrien, entschloss ich mich zur LASIK-Operation. Der Eingriff bei Prof. Neuhann verlief völlig ohne Schmerzen und Komplikationen. Es war der Wahnsinn. Schon am nächsten Tag konnte ich alles völlig ohne Brille sehen. Jetzt kann ich wieder Sport treiben, Schwimmen und fühle ich mich super."

Quelle:
tz, Seite 23, 4. Juli 2003, Michael Timm