| |
Was ist Fehlsichtigkeit?
Gutes Sehen hat seinen Ursprung in der Abbildung scharfer Bilder auf
der Netzhaut des Auges. Beim normalsichtigen Auge werden ankommende Lichtstrahlen
durch die Hornhaut, die Linse und den Glaskörper so abgelenkt, dass
sie in einem sogenannten Brennpunkt auf der Netzhaut zusammentreffen.
Ist dies nicht der Fall, entsteht ein unscharfes Bild und man spricht
von einer Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit,
Weitsichtigkeit, Stabsichtigkeit).
Nehmen Sie bitte Ihren Brillen- oder Kontaktlinsenpass
zur Hand um festzustellen, an welcher Fehlsichigkeit Sie leiden.
Während durch das Tragen einer Brille oder von Kontaktlinsen eine
Fehlsichtigkeit korrigiert werden kann, wird bei einer Operation
die Gesamtbrechkraft des Auges verändert, um die Fehlsichtigkeit
bleibend zu beheben und einen Optimalzustand herzustellen.
|
Normalsichtigkeit (Emmetropie) |
 |
|
| Beim normalsichtigen Auge, welches fast kugelförmig
ist, treffen die Lichtstrahlen in einem Brennpunkt auf der Netzhaut
zusammen. Alle Gegenstände sowohl in der Nähe als auch in
der Ferne sind scharf zu erkennen.
|
| |
|
| Kurzsichtigkeit
(Myopie) |
 |
|
Ein kurzsichtiges Auge ist meist zu lang gewachsen.
Der Brennpunkt der einfallenden Lichtstrahlen liegt nicht auf, sondern
vor der Netzhaut. Kurzsichtige Menschen sehen in der Nähe scharf,
weiter entfernte Gegenstände können ohne Sehhilfen nur
verschwommen erkannt werden (Abbildung rechts).
Die optische Korrektur (Abbildung Mitte) erfolgt durch die Verminderung
der Brechkraft des Auges durch das Vorsetzen einer Zerstreuungslinse.
Dadurch verschiebt sich der Brennpunkt nach hinten auf die Netzhaut,
die Abbildung ist wieder scharf. Der Korrekturwert einer Zerstreuungslinse
wird in negativen Dioptrien angegeben (z.B. -5,75 dpt).
|
| |
|
| Weitsichtigkeit
(Übersichtigkeit, Hyperopie) |
 |
|
Bei der Weitsichtigkeit ist das Auge meist zu kurz
gewachsen, die Lichtstrahlen werden erst hinter der Netzhaut gebündelt.
Weitsichtige Menschen sehen bis ins Alter in der Ferne meist gut,
Gegenstände in der Nähe erscheinen jedoch unscharf (Abbildung
rechts).
Anders als beim kurzsichtigen Auge kann die Übersichtigkeit
bis zu einem gewissen Alter durch die Augenlinse ausgeglichen werden.
Die Augenlinse kann sich verformen (Akkommodation) und dadurch ihre
Brechkraft erhöhen, was die zu geringe Brechkraft des übersichtigen
Auges beim Blick in die Ferne ausgleicht.
Die optische Korrektur (Abbildung Mitte) erfolgt durch das Erhöhen
der Brechkraft des Auges, also bildlich durch das Verschieben des
Brennpunktes nach vorne auf die Netzhaut. Bei der Brille und Kontaktlinse
erfolgt dies durch eine Sammellinse, deren Korrekturwert in positiven
Dioptrien angegeben wird (z.B. +3,5 dpt.).
|
| |
|
| Stabsichtigkeit
(Astigmatismus, Hornhautverkrümmung) |
 |
 |
Patienten mit einer Hornhautverkrümmung sehen
Gegenstände in der Nähe wie in der Ferne verzerrt. Grund
dafür ist meist die Hornhaut des Auges, die eher einem Ei als
einer Kugel gleicht. Durch die unterschiedlichen Krümmungskurven
wird das Licht z.B. in der Horizontalen anders gebrochen als in
der Vertikalen. Die Folge ist eine verzerrte Abbildung: so erscheint
z.B. ein Punkt zu einem Strich oder "Stab" verzerrt, daher
auch der Name Stabsichtigkeit. Eine Hornhautverkrümmung tritt
oft zusammen mit Kurz- oder Weitsichtigkeit auf.
Der optische Ausgleich erfolgt durch den Ausgleich der Wölbung
bzw. eine Annäherung der Hornhautoberfläche an die Kugelform,
so dass sich wieder alle Lichtstrahlen in einem Brennpunkt treffen.
Bei der Brille und Kontaktlinse erfolgt dies durch sogenannte Zylindergläser,
deren Lage vor dem Auge eine genau definierte Richtung haben müssen.
Deshalb wird der Korrekturwert bei Brillen oder Kontaktlinsen mit
dem Wert des Zylinders in Dioptrien und die Lage der Zylinderachse
in Winkelgraden angegeben. Im Brillenpass steht dann z.B. für
den Zylinderwert: Zyl. -1,5 dpt, Achse 0°.
|
| |
|
| Alterssichtigkeit
(Presbyopie) |
 |
|
Mit zunehmendem Alter lässt bei jedem Menschen
die Elastizität und damit die Fähigkeit der Augenlinse
nach, sich automatisch auf unterschiedliche Entfernungen scharf
zu stellen (Akkommodation). Dieser "Akkommodationsverlust",
der in der Regel zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr bemerkt wird,
ist ein normaler Vorgang und betrifft ausnahmslos jeden Menschen
- egal ob dieser bisher normal- oder fehlsichtig war.
Der Normalsichtige braucht zum Ausgleich der Alterssichtigkeit eine
Lese- bzw. Nahbrille. Der Weitsichtige braucht zwingend eine Fern-
und eine Lesebrille. Gering Kurzsichtige nehmen zum Lesen einfach
die Brille ab. Stärker Kurzsichtige brauchen, um in komfortabler
Entfernung scharf zu sehen, für die Nähe eine schwächere
Korrektur als für die Ferne.
Es gibt einige Ansätze, die Presbyopie auch operativ zu korrigieren.
|
|
|